Dienstag, 10. September 2013

Viva la vida!

Ein wunderbarer Abend liegt hinter uns. Letzten Samstag wurde das Atelier23 zur Guerilla Küche. Wir feierten ein Fest für alle Sinne: Augen, Ohren und natürlich der Geschmackssinn sind voll auf ihre Kosten gekommen! Es wurde geschlemmt, gelacht und getanzt! Bis Aperitif (und nach einer Margarita waren alle schon recht fröhlich) und alle sechs Gänge verzehrt waren zeigte die Uhr bereits kurz vor zwei...
Fridas Küche ist ein wenig anders, als man es hier aus den typischen Tex-Mex-Restaurants kennt: exotisch, bodenständig mexikanisch und immer wieder anders vom Geschmack...
Manch einen hat man zum ersten Mal erlebt! Und so sah die ganze Sache aus:













Ceviche ist das "Sushi" unter den Gerichten der neuen mexikanischen Küche. Fisch oder Scampis werden in Zitonensaft "gar" gezogen...


 "Kein Gericht ist typischer für die mexikanische Küche. Es reizt förmlich dazu, Corridos anzustimmen und Mariachi-Musik zu hören. Schon die Zubereitung des Gerichts ist ein Fest und muss zelebriert werden. Jedes Mal hole ich meine Schwestern und deren Kinder dazu, und dann schälen wir zusammen die Nüsse, tratschen und trinken ein Gläschen. Die Zubereitung von Chilis in Walnusssoße ist ebenso etwas herrliches wie ihr Geschmack." (aus "Das geheime Buch der Frida Kahlo")



Nach den Enchiladas gab es das Nationalgericht Mexikos. Gekocht von unserem "Gastkoch" Steffen, der einige Male in Mexiko war. Folgendes habe ich über das Gericht ausfindig machen können:
Das Nationalgericht Pozole gibt es in zwei verschiedenen Rezeptvarianten. Die sogenannten „roten Gerichte“, die schon während des Kochens stark gewürzt werden. Die „weißen Gerichte“  sind ungewürzt und besonders in Guerrero beliebt. Als Eintopf auf Maisbasis mit Schweine- oder Hühnerfleisch, verschiedenen Gewürzen und Limonen ist Pozole ein hervorragendes Beispiel für den kulinarischen Synkretismus der neuen Welt. Seinen Namen verdankt das Gericht der verwendeten süßen Maissorte, deren große Körner beim Kochen einen weißen Schaum produzieren: „Pozolli“ ist das aztekische Wort für „schaumig“.
An Familienfesten und anderen bedeutenden Gelegenheiten wie dem Nationalfeiertag wird Pozole in tiefen Tellern zusammen mit Tortillas, Avocados, frittierter Schweinshaut, dünnen Kohlscheiben, Rettich, gehackten Zwiebeln und Oreganopulver serviert.
Einer Studie zufolge, geht die heutige Nationalspeise Pozole auf ein grausames Ritual zurück: Früher wurde Menschenopfern das Herz herausgerissen, in einem kannibalischen Pozole gekocht und verspeist, das als heiliges Gericht galt.       






Diesen genialen Linoldruck der Künstlerin LENA KASPERSKI aus dem Atelier23 kann man für einen Kostenbeitrag von 20 Euro erwerben. Wir haben es am Abend leider versäumt darauf hin zu weisen! Wer gerne einen Druck der limitierten Auflage haben möchte, kann diesen direkt über das Atelier23 der Lebenshilfe bekommen: Telefon 06403/7740866, atelier23@lebenshilfe-giessen.de oder Andrea oder mir Bescheid geben!

Das Feedback zum Abend war grandios. Auch wir hatten viel Spaß beim Vorbereiten, Kochen und Feiern und hoffen, dass wir bald wieder einen so schönen Abend im Kreise lieber Menschen verbringen können. Jetzt warte ich erst einmal voller Neugierde auf  die Geburt unseres Babys. Viva la vida! Es lebe das Leben!!!





Wer gar nichts über Frida Kahlo und ihr Leben und wirken weiß, kann hier noch die ein oder anderen Daten nachlesen:

Frida Kahlo 1907 bis 1954

Am 6. Juli 1907 wird Magdalena Carmen Frieda Kahlo Calderón als dritte Tochter der Mexikanerin Matilde Calderón y González und des deutschen Wilhelm Kahlo in Coyoacán, einem Vorort von Mexiko-Stadt, geboren.
Als 6-jährige erkrankt sie an Kinderlähmung und behält einen leicht verkrümmten rechten Fuß zurück.
Mit 15 Jahren besucht sie als eines von 35 Mädchen unter 2000 Schülern die Escuela Nacional Preparatoria, um sich auf ein Medizinstudium vorzubereiten. Sie beobachtet bewundernd Diego Rivera, der in der Schule das Wandbild DIE SCHÖPFUNG malt.
Als Frida 18 Jahre alt ist, bohrte sich bei einem Busunglück eine Stahlstange durch ihr Becken, so dass sie ihren Alltag fortan immer wieder liegend und in einem Ganzkörpergips oder Stahlkorsett verbringen musste. Sie verbringt einen Monat im Krankenhaus und beginnt in der Zeit ihrer Genesung zu malen. Zuvor hatte sie bereits einige Stunden Zeichenunterricht erhalten.
Im September 1926, mit neunzehn Jahren, malte sie ihr erstes Selbstporträt, das Selbstbildnis mit Samtkleid. Entgegen allen medizinischen Erwartungen lernte Frida wieder gehen, litt aber ihr ganzes Leben unter den schweren Schädigungen des Unfalls. Das Malen wurde zum Ausdruck ihrer seelischen und körperlichen Qualen. Durch den Unfall konnte sie keine Kinder mehr bekommen. Mehrere Fehlgeburten verarbeitete sie in Bildern.
1928 wird sie Mitglied der Kommunistischen Partei Mexikos (PCM) und trifft erneut auf Diego Riviera. Sie verlieben sich in einander. Am 21. August 1929 heiraten Frida und Diego (1886-1957), der 21 Jahre älter ist und bereits weltberühmt durch seine riesigen politisch-revolutionären Wandbilder (Murales). Rivera wurde 1929 aus der Partido Comunista Mexicano ausgeschlossen und auch Kahlo verließ die Partei. Frida beklagte die häufige Untreue ihres Gatten, die sie ebenfalls in ihren gefühlsbetonten Bildern verarbeitete. Am 6. November 1939 ließ sie sich von ihm scheiden und flüchtete sich in Alkohol, Affären und ihre Malerei. Doch trotz der Schwierigkeiten blieb Rivera immer ein wichtiger Mann in ihrem Leben: Im Dezember 1940 heiratete sie ihn ein zweites Mal.
In den 1930er Jahren gewährte sie zusammen mit Diego Rivera den russischen Revolutionär und einstmals wichtigsten Mann neben Lenin, Leo Trotzki, in Coyoacán Exil.
Frida hatte verschiedene Liebesaffären, nicht nur mit Trotzki, sondern auch mit dem Fotografen Nickolas Muray, der costa-ricanischen Sängerin Chavela Vargas und dem Deutschen Heinz Berggruen, der später ein bedeutender Kunstsammler wurde.

Erst 1953 wurden ihre Werke erstmals in einer Einzelausstellung in ihrer Heimat gezeigt, eine Anerkennung, die sie sich schon lange gewünscht hatte. Zu dieser Zeit bereits ans Bett gefesselt, ließ sie sich im Bett zur Vernissage tragen. Wenig später wurde ihr rechter Unterschenkel (vom Knie abwärts) amputiert.
Frida Kahlo starb am 13. Juli 1954 an einer Lungenembolie. Einige Freunde von Frida Kahlo schlossen auch einen Selbstmord nicht aus, da die Malerin schon früher versucht haben soll, sich das Leben zu nehmen. Eindeutige Beweise gibt es aber nicht, da Diego Rivera die Obduktion ihrer Leiche ablehnte.
Frida Kahlo ist die mit Abstand bekannteste Malerin Mexikos, wenn nicht sogar Lateinamerikas. Ihre Bilder wurden von der mexikanischen Regierung offiziell zum „nationalen Kulturgut“ erklärt. Ihr Ganzkörper-Selbstbildnis Raíces erzielte im Mai 2006 einen Versteigerungserlös von 5,6 Millionen US-Dollar und gilt damit als das bislang teuerste Bild eines lateinamerikanischen Künstlers.
Sie hat sich bevorzugt traditionell gekleidet, ihre Frisur nach Art der einheimischen Frauen hochgesteckt und deren selbstgemachten Schmuck getragen. Damit hat sie ihre indigenen Wurzeln bewusst öffentlich betont, was in der mexikanischen Gesellschaft bis in die Gegenwart eher ungewöhnlich ist. Eine indigene Abstammung wird zumeist als unvorteilhaft empfunden.
Frida Kahlo als Künstlerin bearbeitete ihr eigenes Leiden in ihren Bildern – insbesondere natürlich ihre chronische Krankheit, aber auch ihre Eheprobleme. Unter ihren 143 Bildern sind 55 Selbstbildnisse. Nach unzähligen Operationen an Wirbeln und der Amputation ihres rechten Fußes blieb von Fridas Lebensfreude in ihrer Kunst kaum etwas übrig. Frida wirkt in all ihren Bildern ernst, wobei die Ernsthaftigkeit aber meistens von hellen Farben kontrastiert wird. Ihr Damenbart und die zusammengewachsenen Augenbrauen werden in ihren Selbstporträts zu ihrem „Markenzeichen“.
Diego Rivera will Frida nie künstlerisch beeinflusst haben, sondern soll ihre Eigenart und Selbstständigkeit stets voll akzeptiert haben. Einem Kritiker schrieb er: „Ich empfehle sie Ihnen nicht, weil ich ihr Ehemann bin, sondern weil ich ein fanatischer Bewunderer ihres Werkes bin.“ Nach ihrem Tod bekannte er, sie sei das Wichtigste in seinem Leben gewesen. Frida Kahlo notierte in ihren Tagebüchern, sie hätte ohne Diegos Liebe das qualvolle Dasein nicht ertragen können. (wikipedia.de)

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